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Internationales Medien-Stipendium 2016

Leonore Kratz –
Internationales Medien-Stipendium 2016

Posted Februar 8th, 2016 in Stipendiaten by Reinhardt Schulz

Leonore Kratz 1000Es kam alles anders als gedacht – und wurde richtig gut! Als ich im April 2016 das Internationale Medien-Stipendium der Sir-Greene-Stiftung erhalte, will ich eigentlich zum Fernsehsender ARTE nach Strasbourg. Französisch, Fernsehen, Kulturprogramm – traumhaft. Leider wird dann nichts daraus. Der Sender nimmt in dem Jahr keine Hospitanten mehr an.

Stattdessen vermittelt mich die hervorragend vernetzte Jury der Stiftung großartig kurzfristig zur Deutschen Welle nach Bonn. Genauer gesagt in die Redaktionen Kultur Online und Französisch für Afrika. Die ehemalige Hauptstadt empfängt mich im September 2016 mit sonnigen 30 Grad. Als ich zum ersten Mal zur „Welle“ fahre, wird das Gefühl von Urlaub nicht weniger. Das Medienunternehmen liegt direkt am Rhein mit idyllischem Blick auf das leicht gewellte Siebengebirge.

Der Alltag holt mich aber schnell ein, denn ich bin vom ersten Tag an richtig eingebunden: „Auf der Biennale in Venedig läuft der erste Film in Virtual Reality, mach doch da mal eine Geschichte draus.“ Okay, mache ich … Was für ein Glück, dass der Film die Lebensgeschichte von Jesus zeigt. Dass ich die Filmbeauftragte der Landeskirche Hannovers kenne. Dass die mir einen Kontakt zur Jury vermittelt. Dass der mir am Handy live aus Venedig berichtet.

Auch die darauffolgenden Tage und Wochen bleiben spannend: Vom Interview mit YouTube-Stars auf der Kölner Fotomesse Photokina über die Kinopreview der Flüchtlingskomödie „Willkommen bei den Hartmanns“ bis zur Reportage über Westafrikas maritime Sicherheit inklusive einem Telefongespräch in den Senegal ist alles dabei. Besonders beflügelnd: Meine Bildergalerie über die schönsten Bibliotheken der Welt wird als meistgeklickter Artikel zum Tagessieger des gesamten Unternehmens.

Bei der Deutschen Welle entdecke ich außerdem meine Liebe zum Online-Journalismus: Wer seine Geschichte nicht nur recherchiert und schreibt, sondern  passende Fotos aussucht und platziert, Interviewpartner und Institutionen verlinkt und dann vielleicht noch ein Video einfügt, der hat sich seinen Artikel so richtig erarbeitet. Interessant ist natürlich auch die riesige Afrika-Redaktion, die neben Französisch auch auf Englisch, Kisuaheli, Portugiesisch, Amharisch und Haussa arbeitet. Darüber hinaus ist sie eine der wenigen Redaktionen der Deutschen Welle, die noch Radiosendungen produziert.

Neben den inhaltlichen Anregungen sind es vor allem die Kollegen, die mir in zahlreichen Mittagspausen und Flurgesprächen Lehrreiches, Lustiges und Persönliches mitgeben. Mit einer Kollegin ist der Draht besonders gut. Sie lädt mich in  ihre YouTube-Sendung über deutsche und amerikanische Lebenswelten ein. Spätestens jetzt ist meine Hospitanz bei der Deutschen Welle endgültig multimedial.

Manchmal muss es nicht das Ausland sein, um Abenteuer zu erleben. Aus einer unerwarteten Kursänderung von Strasbourg nach Bonn wurde eine ebenso aufregende wie anregende Zeit. Dafür möchte ich mich bei der Sir-Greene-Stiftung, allen voran bei Herrn Schulz, von Herzen bedanken.

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Sonderpreis 2015

Patrick Hoffmann –
Sonderpreis 2015

Posted März 28th, 2015 in Stipendiaten by Reinhardt Schulz

ard-studio_kairo_800pxIch hatte alles organisiert. Die Anreise mit dem Geländewagen von Tunis nach Sidi Bouzid, quer durch karge Landschaften und abgelegene Dörfer. Den Dolmetscher, einen netten Tunesier, der einst in Frankfurt gelebt hatte und der mir bei meinen Interviews vor Ort helfen sollte. Und die Gesprächstermine mit Mitarbeitern einer deutschen Hilfsorganisation, die mir erklären sollten, wie sich das Land denn nun verändert hat seit der Revolution im Frühling 2011.

Nur den örtlichen Polizeichef, den hatte ich nicht auf dem Zettel gehabt.

Und so saß ich jetzt also, nach fünf Stunden Autofahrt und einem viel zu kurzen Spaziergang durch die Stadt, in einem kleinen Zimmer der Polizeistation von Sidi Bouzid, ohne Reisepass, ohne Presseausweis und ohne einen Funken Ahnung, was ich eigentlich verbrochen hatte. Eine Streife hatte mich unterwegs angesprochen und sogleich meine Papiere einkassiert. Und mich gleich mit.

Ich wurde in ein kleines Nebenzimmer der Polizeistation gebracht. Mein tunesischer Dolmetscher hockte gleich neben mir. Er übersetzte mir die wenigen Sätze, die die Polizisten auf Arabisch wechselten. Ich schaute immer wieder auf die Uhr. Es war kurz vor 12 Uhr. In drei Stunden wollte ich wieder im Geländewagen sitzen, damit ich vor Einbruch der Dunkelheit zurück in Tunis sein würde. Nachts, hatte mir ein Mitarbeiter der deutschen Botschaft bei meinen Reisevorbereitungen gesagt, sei es im Süden des Landes zu gefährlich für einen Europäer.

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Bouazizi-Plakat in Sidi Bouzid

Noch aber schien die Sonne über Sidi Bouzid, dieser tunesischen Kleinstadt, die im Dezember 2010 plötzlich weltberühmt geworden war. Der Gemüsehändler Mohamed Bouazizi hatte sich hier selbst angezündet. Aus Verzweiflung über seine wirtschaftliche Lage und aus Protest gegen Polizeiwillkür. Bouazizis Selbsttötung hatte erst Proteste in Tunesien, dann in der gesamten arabischen Welt ausgelöst. Es war der Beginn des Arabischen Frühlings, der die Menschen auf die Straßen trieb und die Diktatoren in Tunesien, Ägypten, Libyen und dem Jemen nacheinander aus dem Amt fegte.

Was aber ist von der Revolution geblieben? Wie geht es den Menschen heute? Hat sich ihre Lage verbessert? Oder hat sie sich gar verschlechtert?

Diesen Fragen wollte ich nachgehen. Deshalb bin ich für vier Wochen von Hannover aus losgezogen, zunächst nach Tunesien, dann nach Ägypten. Unterstützt von der Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stiftung des Presse Club Hannover, die mir den Sonderpreis verliehen hatte, verbunden mit einem Stipendium. Vielen Dank an dieser Stelle, denn nur so war es mir möglich, Land und Leute für meine Berichte besser kennenzulernen, mir Zeit für sie zu nehmen.

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Leerer Souk in Hammamet

Ich unterhielt mich mit Taxifahrern in Tunis, trank Tee mit Souvenirhändlern im verlassenen Badeort Hammamet und schaute Fußball mit enttäuschten Jugendlichen. Nicht immer waren die Themen nur politisch. Für den Sport zum Beispiel traf ich mich mit Habiba Ghribi, die bei den Olympischen Spielen 2012 die erste Goldmedaille für Tunesien gewonnen hatte. Und in Sfax zeigte mir ein junger Unternehmer, wie er mit Brillen aus Holz den Weltmarkt erobern möchte.

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Blick auf Kairo

Nach zwei Wochen reiste ich weiter nach Kairo, um mich auch dort über die Lebensbedingungen im postrevolutionären Ägypten zu erkundigen. Ich traf Menschenrechtsaktivisten und Sportler, Medienschaffende und Muslimbrüder. So entstanden eine Reihe Artikel, die alle in den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) erschienen. An dieser Stelle vielen Dank an das ARD-Studio in Kairo, das mich in meiner Zeit am Nil bei sich aufnahm und mir bei der Recherche half.

Übrigens: Der Polizeichef von Sidi Bouzid bestellte mich nach einer Stunde Warten dann doch endlich in sein Büro. Er steckte sich eine Zigarette an und begann seine Befragung. Wo kommen Sie her? Was machen Sie hier? Wer ist Ihr Arbeitgeber? Ich musste alles auf ein Blatt Papier schreiben. Patrick Hoffmann. Arbeiten. RedaktionsNetzwerk Deutschland. Er las sich alles durch, setzte einen Stempel unter das angerissene Blatt Papier und sagte: „Okay, jetzt können Sie sich frei in Sidi Bouzid bewegen.“ Ich nickte höflich.

Dann ließ er mich gehen. Und ich konnte doch noch meine Reportage über die enttäuschten Revolutionäre von Sidi Bouzid schreiben.

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Leibniz-Stipendium 2010

Per Eggers –
Leibniz-Stipendium 2010

Posted April 21st, 2010 in Stipendiaten by Reinhardt Schulz

Werdegang:

– Abitur in Ostfriesland (Nein, nicht im Kühemelken, Krabbenpuhlen, Teetrinken und Boßeln sondern ganz normal)

– Praktikum bei Hit-Radio Antenne mit anschließender freier Mitarbeiterschaft als Moderator neben dem Studium (Politik und Geschichte – Gut dass es Radio gibt, sonst hätt ich gleich den Taxischein mitmachen können)

– Volontariat bei Radio21 und seit dem fest angestellt als Moderator für die Drivetime (Mo-Fr 14-19 Uhr)


Lieblingsserien: Friends, How I Met Your Mother (Because it’s legen….wait for it….DARY), Der letzte Bulle (ich steh dazu, der Typ ist einfach großartig)

Lieblingsessen: Fast Alles, meine Frau kann unfassbar gut kochen! Aber das absolute Highlight sind ihre mit Spinat, Pinienkernen und Käse gefüllten Cannelloni mit Tomatensause und Mozzarella überbacken! Ein Traum

Und sonst so: Ich bin einer von vielen heimlichen Bundestrainern und weiß bei Fußball grundsätzlich ALLES besser als Jogi Löw, Thomas Schaaf oder jeder Fußballkommentator besonders aber Reinhold Beckmann (aber das trifft glaub ich auf fast jeden zu), außerdem bin ich ein heimlicher Softie und guck mit meiner Frau gerne Gilmore Girls….zum Ausgleich muss dann aber auch Call Of Duty in die PS 3 😉

Ich habe 2010 das Leibniz-Stipendium bekommen und mir war gleich klar: Ich möchte meine Kompetenz als Sportreporter ausbauen! Die Sir-Greene-Stiftung hat mir dabei vor allem durch das Herstellen von Kontakten geholfen. Ich bekam die Chance mit Erich Laaser (Kommentator bei Liga Total, früher Sat1) ins Stadion zu gehen und mir anzugucken wie die da im Fernsehen das so machen…Da ich dachte, die haben ihre eigene Kabine kam ich im Dezember schön mit Pulli und lockerer Jacke. War natürlich draußen und kalt. Erster Lerneffekt! 3 Wochen später durfte ich mir angucken wie die beim Radio denn kommentieren: Ich fuhr bewaffnet mit langer Unterhose, Mütze, Schal und Wintermantel nach Hamburg zu Alexander Bleick von NDR 2! DIE hatten natürlich eine Kabine und ich hab jämmerlich geschwitzt. Trotzdem hab ich viel gelernt und durfte mich auch selber am Mikro versuchen!

Fazit: Im Radio zu kommentieren ist viel schwerer, weil man immer erklären muss wo der Ball grade ist! Im Fernsehen sehen das ja alle….

Mit diesen Erkenntnissen bin ich dann zu einem 2-tägigen Workshop zur FFH-Academy nach Bad Vilbel (Vorort von Frankfurt) gefahren und habe mich mit anderen Fußball-Verrückten unter die Fittiche von Oliver Forster begeben (Sportreporter bei Liga Total und Sport 1…der mit der Reibeisenstimme) Er hat uns viele Handgriffe beigebracht und mit ihm konnten wir auch einfach mal quatschen über die ganzen Kommentatoren über die man sich immer so aufregt (Wusstet ihr, dass Werner Hansch aufhören musste weil er fast blind war? Erklärt so einiges….)

Ich hab erfahren, dass ich durchaus Talent zum Sportreporter hätte und es hat richtig Spaß gemacht mit diesen Profis zu fachsimpeln. Von den Kontakten profitiere ich schon jetzt und werde es auch weiterhin.

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Internationales Medien-Stipendium 2009

Katharina Lohmeyer –
Internationales Medien-Stipendium 2009

Posted April 19th, 2009 in Stipendiaten by Reinhardt Schulz

Wohin ich ging: Sechs Wochen Deutsche Welle, Büro Washington, D.C., Anfang Februar 2011: Nur wenige Blocks vom Büro der Deutschen Welle entfernt protestieren Ägypter vor dem Weißen Haus. „Hey Obama listen up, Hosni Mubarak´s time is up“, rufen sie. Wie wird sich Präsident Obama seinem bisherigen Verbündeten gegenüber verhalten? Wird er ihn zum Rücktritt auffordern? Die nächste Freitags-Demonstration erübrigt sich: CNN meldet am Vormittag amerikanischer Zeit, Mubarak werde zurücktreten. Zu diesem Zeitpunkt weiß in Deutschland davon noch niemand.

Dass ich mich gerade während der nordafrikanischen Demokratiebewegungen in Washington aufhalten würde, das war natürlich nicht geplant. Und doch scheint es typisch für die US-amerikanische Hauptstadt zu sein: Ein weltpolitisches Ereignis reiht sich an das andere – und jeder will wissen, wie die Amerikaner dazu stehen. Welchen Blick haben die deutschen Korrespondenten auf das Geschehen? Auch wenn die Welt ein Stück kleiner wird, für einen Journalisten ist es eine große Erfahrung, eine Zeit lang in Washington, D.C. leben und arbeiten zu dürfen. Internationaler hätte mein Internationales Medienstipendium wohl kaum sein können.

Woher ich komme: In den achtziger Jahren geboren habe ich in Osnabrück Soziologie, Medien (Fernsehen und Film) und Anglistik studiert. Währenddessen habe ich unter anderem für eine regionale Tageszeitung geschrieben und begonnen, Pressearbeit für ein internationales Medienkunstfestival zu machen. Nach einem Abstecher zu einer privaten Fernsehproduktionsfirma in Hannover zog es mich dann zum Norddeutschen Rundfunk.

Was ich heute mache: Seit 2007 arbeite ich als Reporterin und Moderatorin im NDR Studio Osnabrück. Von früh bis spät, von Meppen bis Glandorf – es wird nie langweilig, dank Nachrichten aus dem Norden, spannender Geschichten und interessanter Menschen.

Und nach Feierabend? Wassersport im Sommer, Stricken im Winter sowie Reisen, und das ganzjährig.

 

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Internationales Medien-Stipendium 2009

Antonia Schulze-Borges –
Internationales Medien-Stipendium 2009

Posted April 19th, 2009 in Stipendiaten by Reinhardt Schulz

Name: Antonia Schulze-Borges

Werdegang: Abitur, Journalistik Studium, Volontariat bei der Sat.1 Norddeutschland GmbH, Redakteurin/Moderatorin bei 17:30 Sat.1 Regional

Lieblingsessen: Weihnachtsgans mit Rotkohl und Klößen

Lieblingsgetränk: Kefir & Cola (natürlich getrennt von einander)

Lieblingsbuch: Drachenläufer, Tausend strahlende Sonnen

Lieblingsbeschäftigung beruflich: Bilder und Worte drehen, bis ich dabei den Drehwurm kriege!

Lieblingsbeschäftigung privat: Sport

Lieblingsmusik: Killers, Kooks, Kalkbrenner

Größter Traum: Als Reporterin von den Olympischen Spielen berichten

3 Sachen, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde: drei gute Kumpels – den witzigsten, den patentesten und den furchtlosesten.

 

 

Im Oktober 2010 durfte ich dank der Sir-Green-Stiftung für 4 Wochen nach Washington ins ARD-Studio. Kurz vor den Kongresswahlen war es beruflich ein sehr spannender Monat. Ich habe vor allem Dinge gemacht, die mit „zu“ beginnen: den Korrespondenten zugeschaut, zurecherchiert und immer schön zugehört.

Das Wochenende stand dann meist zur freien Verfügung. Ich war Sightseeing, in unzähligen Museen (alle kostenlos in Washington), shoppen auf der M Street, und meine neusten textilen Errungenschaften im Nachtleben von D.C. ausführen.

Meine persönlichen Highlights: die Begegnung mit dem aktuellen und zwei ehemaligen US-Präsidenten. Barack Obama habe ich auf einer Wahlkampfveranstaltung in Maryland erlebt. Meine Erkenntnis: Auch er hat graue Haare! John F. Kennedy habe ich an seinem Grab in Arlington besucht. Auf meine Fragen gab es leider keine Antworten mehr. Und George W. Bush stand als lebensgroße Pappfigur im Wohnzimmer meiner Gastoma. Vor ihm hat sie jeden Morgen zur amerikanische Nationalhymne angestimmt. Zum Glück kann ich nicht singen…

Der Indian Summer, den ich in Washington erleben durfte, hat dagegen nichts mit „Geschmackssache“ zu tun. Vielmehr mit „Glück!“. Jeden Tag gab es Sonnenschein, Temperaturen um die 20 Grad, bildschöne Blätterfärbung, herrliches Oktoberlicht. Auch das hat mir die Zeit in den USA mehr als versüßt.

Kurzum: Den Oktober 2010 werde ich nie vergessen!

 

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Leibniz-Stipendium 2009

Kristina Milicevic –
Leibniz-Stipendium 2009

Posted April 19th, 2009 in Stipendiaten by Reinhardt Schulz


– Hospitantin bei BILD Hannover
– Praktikantin in der Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn
– und jetzt freie Mitarbeiterin im Lokal-, Politik– und Kulturressort

Lieblingsessen: Mit Margarine verschmierte Nutella auf Toastbrot, ansonsten Dim Sum und Thailändisch – aber bitte nie zusammen.

Lieblingsfilm: Alle Filme in meinem Kopf. Geht aber auch: Pierrot le Fou, Band of Outsiders, Lost in Translation, Station Agent, E.T., Wild at Heart…

Mag ich: Lesen, Schlafen, Backen, Kochen, Sport ist gut, nächtliche Spaziergänge, Blattkritik am Küchentisch.

Mag ich nicht: Wellensteyn-Jacken, Wind, Gruppenzwang, Miete zahlen, Fingernägel kauen, die Frage: „Und was willst du dann damit machen?“

Was möchte ich mal werden: Arbeitnehmer. Und endlich erwachsen!

Was möchte ich auf keinen Fall werden: Erwachsen!
Kurs an der Akademie für Publizistik in Hamburg:
„Die crossmediale Lokalgeschichte“

 

„Wer heute als Journalist nicht auch online denkt, kann nach Hause gehen!“ Dieses Zitat habe ich bereits vor Jahren in einer Fernseh-Talkshow aufgeschnappt. Heute ist Crossmedia wichtiger denn je. Als ich mich für das Inland-Stipendium der Sir-Greene-Stiftung beworben habe, war von Anfang an klar, dass ich einen Kurs in Online-Journalismus machen werde – um das nötige Handwerk für das Internet kennen zu lernen. So ist es dann auch geschehen: Ich durfte den Kurs „Die crossmediale Lokalgeschichte“ an der Akademie für Publizistik in Hamburg besuchen.

Crossmedialer Journalismus ist aber nicht immer leicht. In Hamburg verbrachte ich zwei anstrengende aber spannende und aufschlussreiche Tage. Coveritlive, Vuvox, Livestream, wieder Google-Maps, Audioslideshow, mobile Berichterstattung, Bildgestaltung und ein bisschen Ökonomie. Die drei Seminarleiter jagen mich und die anderen Kursteilnehmer am ersten Tag durch das ganze Vokabular des Online-Journalismus. Viele Eindrücke und Einsichten bleiben hängen, aber auch eine Angst: Werde ich all das schon am nächsten Tag, wenn es in die praktische Übung geht, schaffen?

Nach einer unruhigen Nacht und wirren Träumen im Format von Audioslideshows, geht es schon am frühen Morgen in der Akademie ans Eingemachte. Der Kurs wird in zwei Reporter-Gruppen eingeteilt. Ziel sind die Cruise-Days in der Hamburger Hafen-City, wenn Boote, Yachten und Luxusliner im Hafen Anker legen. Die Aufgabe: Über so viele Crossmedia-Kanäle wie möglich vom Ereignis berichten. Bewaffnet mit Laptops, Aufnahmegeräten, Digitalkamera und Sonnenschein am Himmel geht es mit meiner Gruppe zur großen Hafen-Party.

In kürzester Zeit passiert so einiges: Eine Wegbeschreibung wird aus der U-Bahn gepostet, Interview mit einem Mitarbeiter der Hamburger Verkehrsbetriebe: „Warum kommt es zu Verspätungen auf der Strecke zu den Cruise-Days?“, Ankunft Hafen-City mit Fotos und Video-Umfrage: „Was war Ihr schönstes Erlebnis auf dem Wasser?“, dazwischen Livestream-Berichterstattung, Fotos von Skurrilem, Schönem, Lustigem, ein bisschen twittern, ganz viel bloggen, schnell noch eine Audioslideshow, endlich sitzen im Café, Laptop auf dem Schoß, Backfisch-Brötchen und Alsterwasser – Das Reporter-Team sagt Tschüß, das crossmediale Abenteuer Hafen-City ist fertig – wir sind es auch. Vielmehr aber traurig, dass sich der Crossmedia-Kurs dem Ende neigt!

Ein Kurs, der es in sich hat. Nette Teilnehmer und leidenschaftliche Seminarleiter, die motivieren und begeistern – für die Möglichkeiten des modernen Journalismus und dafür, dass Crossmedia das große Potential und nicht der Untergang des Journalismus ist. Für diese Erkenntnis bedanke ich mich ganz herzlich bei den engagierten Seminarleitern und vor allem der Sir-Greene-Stiftung!

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BBC-Stipendium 2007

Michael Westrich –
BBC-Stipendium 2007

Posted April 21st, 2007 in Stipendiaten by Reinhardt Schulz

Arbeitet an einem audiovisuellen Promotionsprojekt über die europäischen Außengrenzen

Ausbildung zum Videojournalisten (Volontariat, Studium an der Bayerischen Akademie für Fernsehen, München). B.A. African Studies, M.A. Migrationsforschung. Nebenbei freie Mitarbeit bei verschiedenen Medien. Seit 2010 Doktorand an der Humboldt Universität zu Berlin.

Szenen aus London

Vorbereitet sein, denke ich, durchforste die Homepage. „BBC Current Affairs“ gehört zu den Aushängeschildern des Journalismus, hier befindet sich die Werkstatt der „Flagschiff-Formate“, hier entstehen Hintergrundberichte, Analysen und investigativer Journalismus für England und die Welt. Kleine Brötchen backen andere.

Wenige Wochen später, ein Gebäudekomplex aus Glas in London, fünfter Stock, Großraumbüro. Um mich herum ein Gewirr aus Stimmen und Sprachen, ich unterstütze das Team einer politischen Reisesendung, wir planen Drehs in Afrika. Während meine Tischnachbarin mit Informanten in der Westsahara telefoniert, versuche ich, Tuaregrebellen ausfindig zu machen, die uns über die Aktivität von Al-Quaida in Mali und Algerien berichten können. „Wir“, BBC Current Affairs – drei Monate zu Gast bei einem Global Player. Mit mir fängt Steve an, ein neuer Co-Produzent, wir werden zusammen eingewiesen. Er arbeite an einem größeren Dokumentarfilmprojekt, sitze um die Ecke und ja, Hilfe könne er gebrauchen. Nach drei Wochen und einigen Vorbereitungsgesprächen wechsle ich in Steves Arbeitsgruppe der „Current Affairs Specials“. Geplant ist ein Dreiteiler über staatliche Überwachung im Zeitalter des Terrorismus, Sendeplatz Sonntagabend.

Eine meiner Aufgaben ist es beispielsweise, anhand von Akten, die einem Kollegen der Nachrichten zugespielt worden waren, nachzuvollziehen, wie die Attentäter des Anschlags von London 2005 von den englischen Sicherheitskräften überwacht worden waren, an welchen Punkten sich ihre Spur verlor und was dies über die Stärken und Schwächen präventiver Überwachung aussagt. Daneben kann ich BBC-interne Seminare über Dokumentarfilmdramaturgie und investigative Recherche besuchen sowie einigen Diskussionen über die Umstrukturierungen des Newsrooms beiwohnen. Wie schnell doch drei Monate vergehen…

Die Zeit in London liegt mittlerweile einige Jahre zurück, doch vieles von dem, was ich damals gelernt habe, begleitet mich noch heute.

Ich backe also weiter, wenn auch die vergleichsweise kleinen Brötchen. Ein paar Rezeptideen stammen aber sicherlich aus der BBC-Küche.

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Leibniz-Stipendium 2007

Torben Hildebrandt –
Leibniz-Stipendium 2007

Posted April 19th, 2007 in Stipendiaten by Reinhardt Schulz

geb. am 2.5.1981 in Burgwedel

Werdegang:

1998 bis 2000 Freie Mitarbeit Walsroder Zeitung
2000 bis 2002 Volontariat Walsroder Zeitung
2002 bis 2006 Redakteur Walsroder Zeitung
Seit 2006 Redakteur Hit-Radio Antenne Niedersachsen
Seit 2007 Leiter Landespolitik
Seit 2010 stellv. Chefredakteur

Lieblingsessen: Griechisch – ich steh dazu 🙂

Lieblingsfilm: Inglourious Basterds, Pater Brown-Filme

Lieblingsfarbe: Schwarz – oder grün

Drei Dinge/Insel: Radio (na klar), Boot und Bücher

Lieblingsband: Scorpions (jawoll, auch dazu stehe ich)

Hobbies: Laufen, Politik, Fußball

Letzter Lustkauf: eine knallrote Simson-Schwalbe

Wo ich gerne bin: In der Heide (die alte Heimat), an der Nordsee (besonders im Winter, wenn‘s böse stürmt)

Was ich hasse: Arroganz, Unpünktlichkeit, Sushi und Techno

Im Sommer 2007 erhielt ich das Leibniz-Stipendium – davor stand das Auswahlgespräch vor dem Kuratorium und eine halbe Stunde des Wartens. Spannend war’s. Nicht zuletzt, weil ich mich ohne konkretes Projekt beworben hatte. Ich wusste nur: Wenn ich das Stipendium bekommen sollte, dann würde ich es für ein Führungskräfte-Training nutzen – denn wer weiß, was im Laufe einer Karriere noch so kommt… Das hat die Jury überzeugt. Als ich dann wenig später mit den Planungen für ein Seminar begann, mischte sich das Schicksal ein: Ich wurde für das Talenteprogramm der RTL Radio Deutschland nominiert, sodass mein angepeiltes Führungskräftetraining keinen Sinn mehr gemacht hätte. Denn doppelt gemoppelt, das braucht niemand. Gemeinsam mit der Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stiftung plante ich dann um und entschied mich für ein Wochenendseminar an der Akademie für Publizistik in Hamburg. Thema: Multimediales Erzählen. Die Stiftung zeigte sich äußerst kooperativ, dafür herzlichen Dank. An der Akademie in Hamburg ging’s dann zwei Tage lang intensiv um Slideshows, Videos und Sounds, um Crossmedia und web 2.0 – und was der Hörer davon hat. Mein Fazit: absolut empfehlenswert. Bewerbt Euch ums Stipendium – egal, was am Ende dabei rauskommt. Viel Glück!

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BBC-Stipendium 2006

Jan Lauer –
BBC-Stipendium 2006

Posted April 21st, 2006 in Stipendiaten by Reinhardt Schulz


Geboren, zur Schule gegangen und Abitur gemacht in: Cuxhaven

Alter: 36

Wohnhaft in: Braunschweig

Hat studiert: Ja, und zwar Anglistik und Politikwissenschaft in Braunschweig und York, abgeschlossen als M.A.

Praktika: in Presseabteilungen, beim Bürgerradio und beim NDR

Tätig als: Fester freier Mitarbeiter im NDR Studio Braunschweig

 

Lieblingsessen: Fish and Chips

Lieblingsgetränk: Tee oder warmes Bier (ohne Schaum)

Lieblingsmusik: Britpop

Lieblingsfarbe: British Racing Green

Lieblingszitat: „And now for something completely different.”

Dinge, die ich auf eine Insel mitnehmen würde: Wenn es die britische Insel ist, hauptsächlich einen großen Koffer für die zahlreichen Mitbringsel

 

„Du hast ein Praktikum bei der BBC gewonnen? Und was war der erste Preis?“ Haha, britischer Humor gleich zur Begrüßung in der Nachrichtenredaktion im TV Centre in White City. Und voll mein Ding. Denn bevor ich Journalist wurde und beim NDR-Hörfunk landete, war ich Anglist und beschäftigte mich u.a. mit Shakespeare und der ersten sowie der zweiten germanischen Lautverschiebung. Und wenn ich nicht gerade nächtelang BBC- und NDR-Radionachrichten für meine Magisterarbeit komparativ analysierte, entspannte ich mich oft und gern mit britischer Comedy à la „Monty Python’s Flying Circus“. Tja, und als ich im Oktober 2006 auf oben zitierte Weise in London begrüßt wurde, da war ich plötzlich im Mutterschiff angekommen: Ich in der Nachrichtenredaktion von BBC World TV, zwei Stockwerke und schräg links über mir lag die Comedy-Redaktion, in der vermutlich schon John Cleese & Co. von einem Schild mit der herrlich nüchternen Aufschrift „Welcome to Comedy!“ begrüßt wurden.

Für BBC World TV fädelte ich per Telefon ein Live-Interview mit einem Präsidentschaftskandidaten in Ruanda ein, beim Nachrichtenmagazin „Today“ von Radio 4 organisierte ich eine Recherchereise einer Kollegin nach Berlin und Bielefeld und für den BBC World Service schrieb ich Radio-Nachrichtenbeiträge mit O-Tönen, die von einem Kollegen aus Pakistan zugeliefert wurden. Das „Handwerk“ hatte ich ja gelernt. Aber es ist aufregend da handfest zu mitzuarbeiten, wo seit Jahrzehnten die besten Nachrichten der Welt gemacht werden.

Wo es dabei etwas zum Schmunzeln gibt? Erstaunlicherweise in den zahlreichen Konferenzen, die den Redaktions-Arbeitstag strukturieren. Da wird gemeinsam gescherzt, aber es werden vor allem Themen auf höchstem Niveau diskutiert. Wer bei der BBC arbeitet, der ist belesen, Experte auf unterschiedlichen Gebieten und hat eine große Leidenschaft für den Journalismus. Diese absolute Souveränität ist einer der stärksten Eindrücke, die ich nach drei Monaten mit nach Hause gebracht habe. Und die Vielfalt, mit der die BBC Nachrichten macht: Neben den Fernseh- und Hörfunkredaktionen in der Zentrale in White City in West-London hat mich auch insbesondere Bush House beeindruckt, die Heimat des BBC World Service mitten in der Londoner City zwischen Banken und Musicaltheatern.

Was habe ich noch mit nach Hause genommen, außer jeder Menge Bücher in meiner viel zu schweren Reisetasche? Tausend neue Eindrücke, Selbstvertrauen und ein gutes Gefühl, dass Journalismus eine Menge Spaß macht. Zwölf Wochen lang konnte ich nicht nur hinter die Kulissen blicken, sondern war mittendrin. Heute bin ich zurück in Braunschweig und recherchiere wieder niedersächsische Themen. Aber das vielleicht mit einem neuen, weiteren Blickwinkel.

 

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Leibniz-Stipendium 2006

Helge Fuhst –
Leibniz-Stipendium 2006

Posted April 19th, 2006 in Stipendiaten by Reinhardt Schulz

Helge Fuhst ist in Hannover geboren, machte sein Abitur in Cuxhaven. Als Student absolvierte er erste Praktika beim NDR Hörfunk und Hit-Radio Antenne Niedersachsen. Als freier Mitarbeiter schrieb Helge Fuhst für den Stadtanzeiger der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. 2007 ging er für ein Fernsehpraktikum zum NDR nach Hamburg und löste damit sein Leibniz-Stipendium der Sir-Greene-Stiftung ein. Ein Jahr danach hospitierte Fuhst beim US-Sender NBC in Washington und arbeitete anschließend als Producer im ARD-Studio Washington. In der Zeit recherchierte der Nachwuchsjournalist Geschichten in den USA über die Wirtschaftskrise und die Präsidentschaftswahl. Nach Abschluss seines Studiums in Hannover und anderthalb Jahren als Autor und Reporter im NDR Landesfunkhaus Niedersachsen absolvierte Fuhst ein Volontariat beim Norddeutschen Rundfunk. Seit 2012 arbeitet er bei den ARD Tagesthemen in Hamburg.

 

 „Nicht schon wieder die Spargelernte“

2006 bekam ich das Leibniz-Stipendium der Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stiftung und 2007 löste ich den Preis mit meiner ersten Fernseh-Hospitanz ein. Dafür ging ich vier Wochen lang nach Hamburg zum NDR und lernte die Redaktion „DAS!“ kennen. Damals gab es nachmittags noch die Sendung „DAS! unterwegs“. Jeden Tag eine Live-Sendung von einem anderen Ort. Von der Spargelernte bis zur Schalte aus einem Puppenmuseum. Eine meiner Aufgaben war es, auf Themensuche zu gehen. Neue Geschichten mussten her. Den Spargel gab es jedes Jahr und Museen hatten die Zuschauer auch schon genug gesehen. Nach etlichen Themenvorschlägen von mir stieß eines – zu meiner Überraschung – auf Interesse: das Fensterputzen. Nicht unbedingt das spannendste Thema, aber ich war froh, dass ich eine Schalte selbst vorbereiten durfte. Die Planung begann sofort, damit das Großereignis Fensterputzen auf dem Gelände des Studios Hamburg live im NDR gezeigt werden konnte. Alles lief reibungslos ab. Und ich blieb auch nach diesem ersten Fernsehpraktikum dem Medium treu. Über weitere Praktika und freie Mitarbeit beim NDR in Hannover, Hamburg und Washington, DC ging es ins „Volo“. 18 Monate Journalistenausbildung beim Norddeutschen Rundfunk. Und neben dem Fernsehen bin ich noch wem treu geblieben: der Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stiftung. Vielen Dank für das Stipendium!