Kommentare deaktiviert für Hilke Janssen –
Internationales Medien-Stipendium 2012

Hilke Janssen –
Internationales Medien-Stipendium 2012

Posted Oktober 26th, 2012 in Stipendiaten by Susanne Melchior

Janssen_390Fern, fremd und faszinierend – das war China für mich vor Antritt meines Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stipendiums. Ein Land, das andere mit Wachstumsraten in schwindel-erregender Höhe einschüchtert; das hungrig nach Geld, Autos und Luxus ist und atemberaubend schnell an die Spitze der Exportnationen jagt.  Und gleichzeitig den Westen mit seiner Zensur, eingesperrten Menschenrechtlern und massiven Umweltproblemen alarmiert.

Gegensätze wie diese haben mich während meiner vier Wochen in China ständig begleitet: Da prallen Prachtmeilen voller Gucci, Prada und Rolex auf verwinkelte Gassen, in denen am schmutzigen Straßenrand einfache Fleisch-Spieße gegrillt werden. Da passt die übersteigerte Höflichkeit der Chinesen in der Geschäftswelt nicht zusammen mit der extremen Rücksichtslosigkeit im Alltag der Stadt. Da machen Senioren morgens andächtig im Park Tai-Chi-Übungen, während nebenan auf den sechsspurigen Stadtautobahnen hupend die Blechlawinen vorbeiziehen.

Umso spannender war es für mich zu sehen, wie fest Niedersachsen in dieser Region der Welt verwurzelt ist. Niedersächsische Unternehmen sind seit Jahrzehnten in China aktiv – produzieren, forschen und verdienen viel Geld.  Während meiner Besuche in Firmen und Gesprächen mit Experten habe ich zum Beispiel erfahren, warum es für junge Chinesen das Größte ist, einen Volkswagen zu besitzen. Welche Probleme der Prothesen-Hersteller Otto Bock hat, weil Behinderungen in China ein Tabu sind. Warum in chinesischen Fertiggerichten oft der Geschmack von Zwiebeln aus Holzminden steckt. Und warum Chinesen Jägermeister mit Grünem Tee trinken.

China hat in dieser Zeit viel mit mir gemacht: Es hat mich umgehauen, verwirrt und überrascht.  Mich lachen und staunen lassen. Mich umarmt und verschlungen. Und am Ende meiner Reise war China für mich immer noch faszinierend. Aber nicht mehr ganz so fern und fremd.

Die Sendung „Von Zwiebeln, Schnaps und Raubkopien“ über niedersächsische Firmen in China ist nachzuhören unter: www.ndr.de/ndr1niedersachsen/audio166583.html

Hilke Janssen ist seit 2010 Redakteurin in der Redaktion Landespolitik & Wirtschaft beim NDR Hörfunk in Hannover. Sie studierte Journalistik und Anglistik in Dortmund, volontierte beim WDR und arbeitete als freie Mitarbeiterin u.a. beim WDR, DLF und NDR.

Kommentare deaktiviert für Elise Landschek –
Internationales Medien-Stipendium 2012

Elise Landschek –
Internationales Medien-Stipendium 2012

Posted September 8th, 2012 in Stipendiaten by Susanne Melchior

Landschek_390Ich muss zugeben: Zu Arte wollte ich schon, bevor ich überhaupt Journalistin geworden bin. Ich mag den Sender, die Themenabende, den Internet-Auftritt voller interaktiver Specials und Dossiers. Außerdem fand ich die Vorstellung sehr verlockend, in Frankreich wieder einmal zu leben und dort auch arbeiten zu können, internationale Themen zu recherchieren, die Sprache zu sprechen, das Elsässer Essen und der Wein zu genießen – kurz, ich habe mich einfach richtig gefreut, als die Wahl der Jury für das Stipendium auf mich fiel.

Straßburg empfängt mich mit Nieselregen. Meine Wohnung liegt nur zehn Minuten zu Fuß von Arte entfernt am anderen Ufer der Ill, den Arbeitsweg an meinem ersten Tag lege ich im Laufschritt zurück (meine Regenjacke liegt sicher und trocken zuhause in meinem Hamburger Schrank verwahrt). Das Gebäude von Arte steht zutiefst symbolisch direkt neben dem Europaviertel, die mächtigen Glashäuser von Europarat, Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte und Europaparlament schrauben sich direkt neben den großen Parabolantennen auf dem Arte-Dach in den Himmel.

Triefend stehe ich vor dem Empfangstresen: zum Arte Journal möchte ich. Ich bin die Neue, jedenfalls für die nächsten Wochen. Die Empfangsdame schaut unsicher, telefoniert kurz und gibt mir dann, jetzt ganz freundlich, den Plastikbadge. Meinen Zugang zum drehkreuzgesicherten Arte-Reich.

Mein Arbeitsalltag kann beginnen, noch habe ich keine Ahnung, was mich erwartet. Dass das Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen selbst in einer komplett deutsch-französischen Redaktion nicht so ganz einfach sei, munkelt man. Vielleicht gäbe es ja auch gar nicht genug zu tun für mich. Aber die Kantine sei die beste Europas. Ich lasse mich überraschen.

Die erste Konferenz findet auf Deutsch statt, ich bin fast ein bisschen enttäuscht. Doch das soll eine der ganz seltenen Ausnahmen bleiben, meistens werden die Themen für Mittags- und Abendsendung auf französisch besprochen. Syrien ist ein thematischer Schwerpunkt in den Frühlingsmonaten, in denen ich dort arbeite, der NSU-Prozess, aber auch viel Afrika: Somalia, Mali, Kongo, Elfenbeinküste, Sudan und natürlich die Länder des arabischen Frühlings. Anders als nach Nachrichtensendungen, die in Deutschland geplant und produziert werden, bekommt man das Gefühl: die Region dort unten brennt, die Konflikte zwischen religiösen Gruppen und Untergruppen sind kaum noch auseinanderzuhalten.

Am Ende der Vormittags-Konferenz, so gegen 11 Uhr, werden die Themen für die Abend verteilt. Meine Rolle im Großraumbüro ist noch unklar, ein paar skeptische Blicke taxieren mich. Schließlich habe ich zwar eine trimediale Ausbildung, aber in den letzten drei Jahren fast nur beim Radio gearbeitet. Ich mache ein Probe-Stück zusammen mit einem der deutschen Redakteure – es klappt erstaunlich gut. Danach gehöre ich zur Mannschaft. Aus angeliefertem Material der Agenturen, von festen Korrespondenten und freien Reportern in den Krisengebieten, mit Archivmaterial, animierten Grafiken und Karten baue ich dann pro Schicht einen Anderthalbminüter zusammen.

Die Übersetzer brauchen meinen Text bis spätestens 18.00 Uhr, für die französische Version der Sendung. Abnahme, Sprechen, Mischen und ab die Post: Um zehn nach sieben beginnt die deutsche Sendung, um 19.45 Uhr die französische. Danach beginnt die Auswertung des Journals, der Arbeitstag endet gegen 21 Uhr. Eine langer Riemen, ich bin seit halb zehn Uhr vormittags um Büro. Ab und zu habe ich Schicht bei den Onlinern des Arte Journals, Internetdossiers zur Sendung erstellen, Interviews führen, Artikel schreiben, Fotos organisieren.

Nach der ersten Arbeitswoche verschlafe ich fast das ganze Wochenende, danach bin ich im Trott und finde es vor allem großartig, dass ich so eingebunden werde. So vergehen die Wochen, ich besuche das Europäische Parlament,  schwelge in den drei-Gänge-Menüs der tatsächlich unfassbar guten Kantine und stelle fest, dass es tatsächlich noch immer Spannungen zwischen Deutschen und Franzosen geben kann. Aber schließlich ist auch in meiner Heimatredaktion nicht immer alles voller Frieden und Harmonie.

Dann kann ich sogar selbst auf einen Dreh fahren, für eine Kulturreportage über Marseille. Außerdem biete ich noch eine Audio-Video-Slide-Show zum Thema für’s Internet an – und darf auch das realisieren. Turbulente letzte Tage mit durchgearbeiteten Nächten und Wochenenden folgen, als am Ende als über den Sender geht bzw online steht ist, mache ich drei Kreuze – aber bin wahnsinnig glücklich, dass alles so gut geklappt hat. Eine tolle Zeit und auf jeden Fall eine Erfahrung.

Kommentare deaktiviert für Junge Journalisten in London –
Besuch bei der BBC

Junge Journalisten in London –
Besuch bei der BBC

Posted Januar 23rd, 2012 in Stipendiaten by Susanne Melchior

Gute Zeiten, schlechte Zeiten für die BBC: Zum Feiern war den meisten nicht zumute, als das BBC Radio im November 2012 90 Jahre alt wurde. Wenige Tage vorher erst war BBC-Direktor Entwistle zurückgetreten, nachdem ein Bericht über eine Vergewaltigungstat eines ehemals hochrangigen Politikers in der Sendung Newsnight gesendet worden war, der nicht der Wahrheit entsprach. Einen spannenderen Tag hätte sich die Gruppe der Sir-Greene-Stiftung also nicht aussuchen können.

Neun Stunden verbrachten sie bei der BBC, im Old Broadcasting House und im New Broadcasting House, in das in den kommenden Monaten alle etwa 6.000 Nachrichten-Journalisten für Fernsehen, Radio und Online einziehen sollen. Gigantische Großraumbüros sind auf mehrere Etagen verteilt. Herzstück ist einer der weltgrößten Newsrooms in einer Halle, die dem Frankfurter Börsenparkett Konkurrenz machen kann.

Neben einer Tour durch die BBC-Redaktionen und die Studios konnten die elf Journalisten aus Hannover, Hamburg und Berlin einen der erfolgreichsten britischen TV-Produzenten für einen Vortrag gewinnen. Robert Thirkell verriet sein Erfolgskonzept „c.o.n.f.l.i.c.t.“, mit dem er fast jedes Thema spannend machen kann und zu einem Quotenhit werden lässt, was er mit vielen Erfolgen belegte.

Auf dem Programm der Sir-Greene-Gruppe stand auch der Austausch mit britischen Journalisten. Unter anderem sprachen sie mit einem jungen Redakteur der Londoner Zeitung Evening Standard über Einstiegschancen in die britische Medienwelt. Ein Besuch beim Guardian zeigte den deutschen Journalisten, wie weit einige britische Medien bereits bei ihrer Umstellung auf Online sind, was nicht nur den Ausspiel-Weg betrifft, sondern auch die Recherche-Wege wie Twitter und Blogs.

Bei Besuchen in den Studios von ARD, ZDF und RTL sah die Gruppe, was hinter der Arbeit von Auslandskorrespondenten steckt. Alle Termine und Eindrücke haben die Journalisten in einem Film festgehalten, der bei der Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stiftung und im Presse Club Hannover gezeigt werden wird.

Die Teilnehmer der einwöchigen Bildungsreise stammen aus der Gruppe der Junioren im Presse Club Hannover („JPC“). Wer Interesse an einer Mitarbeit oder einem Besuch der regelmäßigen Veranstaltungen des „JPC“ hat, kann sich bei der Sir-Greene-Stiftung oder direkt beim Presse Club melden.

Und hier sehen Sie ein Video mit den Eindrücken der Teilnehmer:

Kommentare deaktiviert für Sarah Tacke –
Internationales Medien-Stipendium 2011

Sarah Tacke –
Internationales Medien-Stipendium 2011

Posted Oktober 7th, 2011 in Stipendiaten by Susanne Melchior

„Mr. President, one question …“, rufe ich Barack Obama über die Köpfe seiner Secret-Service-Beschützer zu. Ich strecke ihm das ARD-Mikrofon entgegen. Die Kamera läuft. Noch nie hat Barack Obama einem deutschen Fernsehsender ein Interview gegeben. Heute ist es so weit, hoffe ich. Der Präsident hält an. Schaut mir in die Augen. Strahlt sein Obama-Grinsen. Winkt mir zu. Und geht weiter. Das war’s. Dabei hatte ich in meinem Kopf unzählige Fragen vorbereitet. Aber an diesem Nachmittag in Virginia spaziert mein amerikanischer Traum, ein Interview mit dem Präsidenten, lässig und entspannt an mir vorbei. Und ich kann nichts dagegen tun. Zu gut ist er abgeschirmt, als dass ich ihn hätte festhalten und fragen können.

Näher komme ich dem Präsidenten während der zwei Monate als Stipendiatin im ARD-Studio Washington nie. Deutsche Journalisten haben keine Bedeutung für amerikanische Präsidenten, muss ich lernen. In Deutschland gibt es für sie keine Wählerstimmen zu holen. Und so beobachte ich Barack und Michelle Obama und ihre Herausforderer Ann und Mitt Romney vor allem durch die Augen amerikanischer Fernsehsender. Im ARD-Studio laufen die Bilder und Interviews ein, die CNN, ABC und all die anderen Mega-Sender machen. Aus ihren Ausschnitten werden dann Filme für die deutschen ARD-Zuschauer geschnitten. Ich fertige fast 20 Beiträge für Tagesschau, Tagesthemen, Weltbilder, Wochenspiegel, ARD-Wahl-Sondersendungen, das Morgen-, Mittags- und Nachtmagazin. Dafür interviewe ich amerikanische Journalisten, Lobbyisten und Wissenschaftler. Arbeite mich in die Biografien der Obamas und Romneys ein und analysiere die Eigenheiten der 50 Staaten von Amerika.

Wahlkampf in den USA ist voller Emotionen und die Wahlnacht ihr Höhepunkt. In der allesentscheidenden Nacht begleite ich für die Tagesthemen einige Unterstützer von Obama. Viele von ihnen haben mindestens ein Jahr in die Wiederwahl investiert. Neben ihrem Beruf. Ehrenamtlich. „Wir oder die“ – in Amerika ist die Frage, welche Partei du wählst, eine emotionale, tiefgreifende Lebensentscheidung. Kurz vor Mitternacht ist klar, Obama bekommt vier weitere Jahre. Tränen der Erleichterung und Freude laufen über die erschöpften Gesichter. Wir sind in einer Kneipe in der Nähe des Weißen Hauses. Schlagartig füllen sich die Straßen. Tausende rennen an uns vorbei. Schwenken Fahnen. Brüllen: „We did it again“. In Interviews vor dem Weißen Haus stockt mir immer wieder die Stimme – überwältigt von der tiefen Freude um mich herum. Erst am nächsten Tag wird mir klar, vier weitere Jahre geben auch mir eine Nachspielzeit, um meinen amerikanischen Traum doch noch wahr zu machen.

Sarah Tacke arbeitet seit 2010 in Hannover als Moderatorin des NDR und Inlandskorrespondentin der ARD. Zuvor war sie Volontärin beim NDR. Sarah Tacke studierte Jura und promovierte zum Medienpersönlichkeitsrecht. Außerdem ist sie Co-Autorin des Hamburger Kommentars zum Gesamten Medienrecht.

Kommentare deaktiviert für Jan Philipp Burgard –
Internationales Medien-Stipendium 2011

Jan Philipp Burgard –
Internationales Medien-Stipendium 2011

Posted August 15th, 2011 in Stipendiaten by Susanne Melchior

– Studium: Politikwissenschaft, Neuere Geschichte, Öffentliches Recht

– Freie Mitarbeit für verschiedene Zeitungen und Magazine wie Iserlohner Kreisanzeiger, Bonner Generalanzeiger, Handelsblatt, Die Welt, Süddeutsche Zeitung, Focus

– Producer im ARD-Studio Washington 2008 während des Obama-Wahlkampfes, danach Promotion: Von Obama siegen lernen oder „Yes, We Gähn!“? Der Jahrhundertwahlkampf und die Lehren für die politische Kommunikation in Deutschland (erschienen im Nomos Verlag 2011)

– Freier Mitarbeiter bei den ARD Tagesthemen

– Reporter für NDR Aktuell und ZDF Morgenmagazin

– Fan der Junioren im Presse Club Hannover

– 2012: Berichterstattung über den französischen Präsidentschaftswahlkampf aus dem ARD-Studio Paris – dank des Internationalen Medien-Stipendiums!

MERCI BEAUCOUP! Diese beiden Wörter fallen mir zuerst ein, wenn ich an die Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stiftung denke und meine Zeit im ARD-Studio Paris Revue passieren lasse. Denn die Stiftung hat mir ermöglicht, den französischen Präsidentschaftswahlkampf 2012 aus nächster Nähe zu verfolgen, viel zu lernen und viel zu erleben. So konnte ich etwa den neuen Präsidenten François Hollande aus verschiedenen Perspektiven hautnah beobachten: mal bei einer Pressekonferenz im kleinen Kreis, dann vor 20.000 jubelnden Anhängern bei der sozialistischen Kandidaten-Krönungsmesse. Auch Nicolas Sarkozy waren mein Kamerateam und ich immer dicht auf den Fersen: von seiner gigantischen Großkundgebung auf der Place de la Concorde bis hin zu seiner Rede am Wahlabend, in der er mit viel Pathos seine Niederlage eingestand. Und auch als sich der scheidende Präsident und sein Nachfolger anlässlich der Parade zum Ende des Zweiten Weltkrieges auf den Champs Élysées die Hand reichten und ihre politischen Lager dazu aufriefen, Frankreich nicht zu spalten, sondern zu einen, konnte ich dabei sein. Was kann es für einen jungen Journalisten Schöneres geben?

Ohne die Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stiftung wäre diese unvergessliche Erfahrung nicht möglich gewesen. Im ARD-Studio Paris wurde ich mit offenen Armen empfangen und vom ersten Tag an voll in die Berichterstattung integriert. Hier einige Beispiele: Wer die Politik verstehen will, muss die Frauen verstehen. Zumindest in Frankreich, wo die Wähler gesteigerten Wert darauf legen, dass ihre Präsidentengattin nahbar und nett, aber zugleich höfisch und glanzvoll auftritt. Also habe ich meinen ersten TV-Beitrag zum Präsidentschaftswahlkampf dem Duell zwischen Topmodel und Präsidentengattin Carla Bruni und ihrer etwas bodenständigeren Herausforderin Valérie Trierweiler gewidmet. Es folgte ein Bericht über den Erfolg des rechtsextremen Front National im ersten Wahlgang, für den ich sogar den Parteigründer Jean-Marie Le Pen interviewen konnte. Für den ARD Wochenspiegel fasste ich mehrfach das Geschehen der Woche zusammen, und auch nach der Stichwahl produzierte ich Beiträge, zum Beispiel für das ARD Nachtmagazin, in denen ich den Zuschauern den neue Präsidenten vorstellen durfte. Journalistisch hätte mein Aufenthalt also nicht spannender und produktiver verlaufen können.

Auch persönlich habe ich die Zeit in Paris als große Bereicherung empfunden. Ich hatte die Gelegenheit, meine Sprachkenntnisse zu intensivieren, konnte alte Freundschaften aus meiner Studienzeit an der Sorbonne 2007 pflegen und sogar neue Freundschaften schließen. Der Satz „Every man has two countries – his own and France“ stammt zwar nicht von Sir Hugh Carleton Greene, sondern von Thomas Jefferson, aber er wird trotzdem untrennbar mit meiner Zeit in Frankreich 2012 verbunden bleiben, die ich der Greene-Stiftung zu verdanken habe. In diesem Sinne noch einmal: MERCI BEAUCOUP!

Kommentare deaktiviert für Angela Leuders –
Leibniz-Stipendium 2010

Angela Leuders –
Leibniz-Stipendium 2010

Posted November 1st, 2010 in Stipendiaten by Susanne Melchior

Werdegang

04/2003 – 03/2006
Bachelor-Studium Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Wirtschaft/ Nebenfach Germanistik  an der Universität Bielefeld

04/2005 – 03/2006:
freie Mitarbeiterin bei Radio Gütersloh neben dem Studium

04/2006 – 09/2007:
Volontärin bei Radio Gütersloh

09/2007 – heute:
Reporterin beim NDR in Schleswig-Holstein

10/2008 – 06/2012:
Berufsbegleitendes Masterstudium Betriebswirtschaftslehre an der Fern- und Fachhochschule AKAD Pinneberg

 

Lieblingsessen: Apfelkuchen

Lieblingsgetränk: Maracuja-Schorle

Lieblingsbuch: Gottes Werk und Teufels Beitrag von John Irving

Lieblingsmusik: Herbert Grönemeyer, U2

Wo ich gerne bin: auf Fehmarn

3 Sachen, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde:
meinen Freund, einen Hund und ein Telefon

 

Zwei Tage im Rampenlicht stehen

Als Radioreporterin bin ich es gewöhnt, dass mir Menschen zuhören. Zuschauer zu haben – das war neu für mich. Unter anderem deshalb war der Rhetorik-Kurs an der Akademie für Publizistik in Hamburg für mich unheimlich spannend. In zwei Tagen hat uns die Kommunikationsexpertin Dorothee von Bose in die Geheimnisse der Rhetorik eingeführt. Wir lieferten uns hitzige Debatten. Zum Beispiel verteidigten wir in der Rolle des Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck das Drama um den Berliner Flughafen. Eine beliebte Übung uns morgens aufzuwecken, war das sogenannte Sprechdenken. Vor laufender Kamera bekamen wir einen Begriff zugeworfen, über den wir 90 Sekunden referieren sollten. Nie vergessen werde ich meinen Monolog über die Champions League, der ich im Mai 2012 gerade mal den FC Bayern München zuordnen konnte – viel mehr wusste ich nicht. Gelernt habe ich: Nichts anmerken lassen und immer locker bleiben. Fazit: Ich habe viel über meine eigene Wirkung, rhetorische Mittel sowie die Kunst, während des Redens in aller Ruhe zu denken, erfahren. Vielen Dank dafür!

Kommentare deaktiviert für Felix Rohrbeck –
Internationales Medien-Stipendium 2010

Felix Rohrbeck –
Internationales Medien-Stipendium 2010

Posted Mai 13th, 2010 in Stipendiaten by Susanne Melchior

Rohrbeck_390Als ich Mitte Oktober 2013 in London eintreffe, ist es fast drei Jahre her, dass ich das Internationale Medien-Stipendium zugesprochen bekommen habe. Immer wieder ist dann irgendetwas dazwischengekommen: Ein Jobwechsel, der immer dichter werdende Terminkalender, meine vielen Pläne und Ideen, die ich am liebsten alle auf einmal in die Tat umsetzen würde.

Nun aber bin ich da. Im Finanzzentrum Europas. In der City of London drängen sich, auf gerade mal etwas mehr als einer Quadratmeile, Banken, Investmenthäuser, Hedgefonds. Keine Stadt der Welt wurde von der Finanzkrise so hart getroffen wie London – und kein anderes Börsenzentrum hat sich so schnell wieder von ihr erholt. Die Stimmung ist gut. Es wird wieder richtig Geld verdient. Doch braut sich im Hintergrund schon die nächste Krise zusammen?

Für insgesamt etwas mehr als vier Wochen bin ich London. Angedockt bin ich im Korrespondentenbüro der ZEIT. In einer Vorrecherche ist mir aufgefallen, dass London sich einerseits als grüne, umweltbewusste Stadt vermarktet, dass die Stadt auf der anderen Seite aber die Drehscheibe für große, klimaschädliche Projekt ist. Von der Themse aus, so lautet meine erste Arbeitshypothese, wird der Klimawandel finanziert. In London stelle ich dann fest: Das Thema ist eigentlich noch viel größer. Eine Blase schmutziger Energie bedroht die Weltwirtschaft.

Es ist eine interessante Erfahrung: Erst in London, im persönlichen Gespräch mit Aktivisten, Finanzanalysten und Bankern, begreife ich, was hinter der sogenannten Carbon Bubble steckt. In Deutschland hat das Thema noch niemand auf dem Schirm. In London aber gewinnt es gerade mächtig an Fahrt. Ich komme also zur richtigen Zeit.

Mein erster Termin führt mich zu James Leaton, einem akribischen Zahlenmenschen, der sein Handwerk bei den Wirtschaftsprüfern von PricewaterhouseCoopers gelernt hat. Heute arbeitet er für die Carbon Tracker Initiative, eine Londoner Nichtregierungsorganisation (NGO), gegründet von Finanzanalysten. Er überschüttet mich mit Zahlen: 900 Gigatonnen CO2 kann die Menschheit bis 2050 noch in die Atmosphäre blasen, wenn sie das Ziel einer Erderwärmung um maximal zwei Grad noch erreichen will. Rechnet man dagegen zusammen, wie viel CO2 in den nachgewiesenen Kohle-, Öl- und Gasreserven dieser Welt schlummert, was also freigesetzt würde, wenn Unter- nehmen und Staaten ihre fossilen Rohstoffe wie geplant verbrennen, kommt man auf 2.860 Gigatonnen – mehr als dreimal so viel wie das, was unser Klima maximal noch verträgt.

Erst allmählich wird mir klar, was das bedeutet: Entweder geht unser Klima den Bach runter. Oder aber viele Reserven können gar nicht verbrannt werden – und sind damit wertlos. Das würde bedeuten, dass viele Rohstoffkonzerne überbewertet sind. Einige könnten bis zu 60 Prozent ihres Marktwertes verlieren. So hat es zumindest die HSBC ausgerechnet, Englands größte Bank, zu der mich mein letzter von vielen Terminen in der City führt.

Der dunkle, 42 Stockwerke hohe Tower an der Canary Wharf wirkt einschüchternd. Als ich drinnen bin, fühle ich mich zum Glück nicht mehr ganz so klein. Das Gespräch ist auf eine eigentümliche Art aufschlussreich. Man erklärt mir in aller Ruhe die Gefahr der Carbon Bubble für die Mineralölkonzerne und die Weltwirtschaft. Wenn die Anleger merken, dass viele Reserven gar nicht verbrannt werden können, würden sie ihr Kapital wohl schlagartig abziehen – und die Blase platzen. Dazu, dass die HSBC nach Schätzungen von NGOs selbst rund 75 Milliarden Pfund in fossile Energien lenkt, will die Bank aber nichts sagen. Konkrete Ziele für eine Reduzierung gibt es offenbar ebenfalls nicht. Später, in meinem ZEIT-Artikel, schreibe ich dazu: „Das Verhalten der HSBC ist wohl typisch für diese Phase der Blase. Man hat die Gefahr auf einer analytischen Ebene durchaus erkannt, doch das eigene Handeln verändert kaum jemand. Noch wird ja jede Menge Geld verdient. Wer will da schon der Erste sein, der aussteigt?“

Das Stipendium hat mir die Möglichkeit gegeben, im Ausland ein komplexes Thema zu durchdringen, vor Ort zu recherchieren und in Deutschland eine Debatte darüber zu entfachen. Noch nie habe ich so viele Leserbriefe zu einem Artikel bekommen. Noch nie haben sich so viele Folgeaufträge aus einer Geschichte entwickelt. Darüber hinaus habe ich gespürt, wie produktiv und inspirierendes sein kann, im Ausland zu arbeiten. Und dass einem niemand den Kopf abreißt, wenn man als Nicht-Muttersprachler mal etwas länger nach dem passenden Wort suchen muss.

Ob und wann die Carbon Bubble platzt, weiß ich natürlich auch nicht. Doch ich möchte weiter über sie und andere Energiethemen berichten. Auch nach London möchte ich möglichst bald wieder reisen.Rohrbeck zwei Weil es hier für einen Wirtschafts-journalisten noch viele spannende Geschichten zu entdecken gibt. Und weil ein kühles Ale in einem überfüllten Pub voller Banker einfach herrlich schmeckt!

Kommentare deaktiviert für Per Eggers –
Leibniz-Stipendium 2010

Per Eggers –
Leibniz-Stipendium 2010

Posted April 21st, 2010 in Stipendiaten by Reinhardt Schulz

Werdegang:

– Abitur in Ostfriesland (Nein, nicht im Kühemelken, Krabbenpuhlen, Teetrinken und Boßeln sondern ganz normal)

– Praktikum bei Hit-Radio Antenne mit anschließender freier Mitarbeiterschaft als Moderator neben dem Studium (Politik und Geschichte – Gut dass es Radio gibt, sonst hätt ich gleich den Taxischein mitmachen können)

– Volontariat bei Radio21 und seit dem fest angestellt als Moderator für die Drivetime (Mo-Fr 14-19 Uhr)


Lieblingsserien: Friends, How I Met Your Mother (Because it’s legen….wait for it….DARY), Der letzte Bulle (ich steh dazu, der Typ ist einfach großartig)

Lieblingsessen: Fast Alles, meine Frau kann unfassbar gut kochen! Aber das absolute Highlight sind ihre mit Spinat, Pinienkernen und Käse gefüllten Cannelloni mit Tomatensause und Mozzarella überbacken! Ein Traum

Und sonst so: Ich bin einer von vielen heimlichen Bundestrainern und weiß bei Fußball grundsätzlich ALLES besser als Jogi Löw, Thomas Schaaf oder jeder Fußballkommentator besonders aber Reinhold Beckmann (aber das trifft glaub ich auf fast jeden zu), außerdem bin ich ein heimlicher Softie und guck mit meiner Frau gerne Gilmore Girls….zum Ausgleich muss dann aber auch Call Of Duty in die PS 3 😉

Ich habe 2010 das Leibniz-Stipendium bekommen und mir war gleich klar: Ich möchte meine Kompetenz als Sportreporter ausbauen! Die Sir-Greene-Stiftung hat mir dabei vor allem durch das Herstellen von Kontakten geholfen. Ich bekam die Chance mit Erich Laaser (Kommentator bei Liga Total, früher Sat1) ins Stadion zu gehen und mir anzugucken wie die da im Fernsehen das so machen…Da ich dachte, die haben ihre eigene Kabine kam ich im Dezember schön mit Pulli und lockerer Jacke. War natürlich draußen und kalt. Erster Lerneffekt! 3 Wochen später durfte ich mir angucken wie die beim Radio denn kommentieren: Ich fuhr bewaffnet mit langer Unterhose, Mütze, Schal und Wintermantel nach Hamburg zu Alexander Bleick von NDR 2! DIE hatten natürlich eine Kabine und ich hab jämmerlich geschwitzt. Trotzdem hab ich viel gelernt und durfte mich auch selber am Mikro versuchen!

Fazit: Im Radio zu kommentieren ist viel schwerer, weil man immer erklären muss wo der Ball grade ist! Im Fernsehen sehen das ja alle….

Mit diesen Erkenntnissen bin ich dann zu einem 2-tägigen Workshop zur FFH-Academy nach Bad Vilbel (Vorort von Frankfurt) gefahren und habe mich mit anderen Fußball-Verrückten unter die Fittiche von Oliver Forster begeben (Sportreporter bei Liga Total und Sport 1…der mit der Reibeisenstimme) Er hat uns viele Handgriffe beigebracht und mit ihm konnten wir auch einfach mal quatschen über die ganzen Kommentatoren über die man sich immer so aufregt (Wusstet ihr, dass Werner Hansch aufhören musste weil er fast blind war? Erklärt so einiges….)

Ich hab erfahren, dass ich durchaus Talent zum Sportreporter hätte und es hat richtig Spaß gemacht mit diesen Profis zu fachsimpeln. Von den Kontakten profitiere ich schon jetzt und werde es auch weiterhin.

Kommentare deaktiviert für Katharina Lohmeyer –
Internationales Medien-Stipendium 2009

Katharina Lohmeyer –
Internationales Medien-Stipendium 2009

Posted April 19th, 2009 in Stipendiaten by Reinhardt Schulz

Wohin ich ging: Sechs Wochen Deutsche Welle, Büro Washington, D.C., Anfang Februar 2011: Nur wenige Blocks vom Büro der Deutschen Welle entfernt protestieren Ägypter vor dem Weißen Haus. „Hey Obama listen up, Hosni Mubarak´s time is up“, rufen sie. Wie wird sich Präsident Obama seinem bisherigen Verbündeten gegenüber verhalten? Wird er ihn zum Rücktritt auffordern? Die nächste Freitags-Demonstration erübrigt sich: CNN meldet am Vormittag amerikanischer Zeit, Mubarak werde zurücktreten. Zu diesem Zeitpunkt weiß in Deutschland davon noch niemand.

Dass ich mich gerade während der nordafrikanischen Demokratiebewegungen in Washington aufhalten würde, das war natürlich nicht geplant. Und doch scheint es typisch für die US-amerikanische Hauptstadt zu sein: Ein weltpolitisches Ereignis reiht sich an das andere – und jeder will wissen, wie die Amerikaner dazu stehen. Welchen Blick haben die deutschen Korrespondenten auf das Geschehen? Auch wenn die Welt ein Stück kleiner wird, für einen Journalisten ist es eine große Erfahrung, eine Zeit lang in Washington, D.C. leben und arbeiten zu dürfen. Internationaler hätte mein Internationales Medienstipendium wohl kaum sein können.

Woher ich komme: In den achtziger Jahren geboren habe ich in Osnabrück Soziologie, Medien (Fernsehen und Film) und Anglistik studiert. Währenddessen habe ich unter anderem für eine regionale Tageszeitung geschrieben und begonnen, Pressearbeit für ein internationales Medienkunstfestival zu machen. Nach einem Abstecher zu einer privaten Fernsehproduktionsfirma in Hannover zog es mich dann zum Norddeutschen Rundfunk.

Was ich heute mache: Seit 2007 arbeite ich als Reporterin und Moderatorin im NDR Studio Osnabrück. Von früh bis spät, von Meppen bis Glandorf – es wird nie langweilig, dank Nachrichten aus dem Norden, spannender Geschichten und interessanter Menschen.

Und nach Feierabend? Wassersport im Sommer, Stricken im Winter sowie Reisen, und das ganzjährig.

 

Kommentare deaktiviert für Antonia Schulze-Borges –
Internationales Medien-Stipendium 2009

Antonia Schulze-Borges –
Internationales Medien-Stipendium 2009

Posted April 19th, 2009 in Stipendiaten by Reinhardt Schulz

Name: Antonia Schulze-Borges

Werdegang: Abitur, Journalistik Studium, Volontariat bei der Sat.1 Norddeutschland GmbH, Redakteurin/Moderatorin bei 17:30 Sat.1 Regional

Lieblingsessen: Weihnachtsgans mit Rotkohl und Klößen

Lieblingsgetränk: Kefir & Cola (natürlich getrennt von einander)

Lieblingsbuch: Drachenläufer, Tausend strahlende Sonnen

Lieblingsbeschäftigung beruflich: Bilder und Worte drehen, bis ich dabei den Drehwurm kriege!

Lieblingsbeschäftigung privat: Sport

Lieblingsmusik: Killers, Kooks, Kalkbrenner

Größter Traum: Als Reporterin von den Olympischen Spielen berichten

3 Sachen, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde: drei gute Kumpels – den witzigsten, den patentesten und den furchtlosesten.

 

 

Im Oktober 2010 durfte ich dank der Sir-Green-Stiftung für 4 Wochen nach Washington ins ARD-Studio. Kurz vor den Kongresswahlen war es beruflich ein sehr spannender Monat. Ich habe vor allem Dinge gemacht, die mit „zu“ beginnen: den Korrespondenten zugeschaut, zurecherchiert und immer schön zugehört.

Das Wochenende stand dann meist zur freien Verfügung. Ich war Sightseeing, in unzähligen Museen (alle kostenlos in Washington), shoppen auf der M Street, und meine neusten textilen Errungenschaften im Nachtleben von D.C. ausführen.

Meine persönlichen Highlights: die Begegnung mit dem aktuellen und zwei ehemaligen US-Präsidenten. Barack Obama habe ich auf einer Wahlkampfveranstaltung in Maryland erlebt. Meine Erkenntnis: Auch er hat graue Haare! John F. Kennedy habe ich an seinem Grab in Arlington besucht. Auf meine Fragen gab es leider keine Antworten mehr. Und George W. Bush stand als lebensgroße Pappfigur im Wohnzimmer meiner Gastoma. Vor ihm hat sie jeden Morgen zur amerikanische Nationalhymne angestimmt. Zum Glück kann ich nicht singen…

Der Indian Summer, den ich in Washington erleben durfte, hat dagegen nichts mit „Geschmackssache“ zu tun. Vielmehr mit „Glück!“. Jeden Tag gab es Sonnenschein, Temperaturen um die 20 Grad, bildschöne Blätterfärbung, herrliches Oktoberlicht. Auch das hat mir die Zeit in den USA mehr als versüßt.

Kurzum: Den Oktober 2010 werde ich nie vergessen!