Helge Fuhst –
Leibniz-Stipendium 2006

Das Leibniz-Stipendium war eine Initialzündung für mich. Ich wusste schon lange, dass ich Journalist werden wollte. Erste Praktika bei der Zeitung und beim Radio hatte ich bereits genossen und noch mehr Lust auf einen der spannendsten Berufe der Welt bekommen. Und nun wollte ich zum Fernsehen. Zu meinem Heimatsender, dem Norddeutschen Rundfunk, mit dem ich in Hannover und Cuxhaven aufgewachsen war.

Genau da wurde ich auf die Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stiftung aufmerksam und bewarb mich. Mein erster Auftritt vor bekannten, gestandenen Journalistinnen und Journalisten – einem Intendanten, einem Chefredakteur, einem Rundfunkratsvorsitzenden. Die Jury war hochkarätig besetzt. Die Lust auf die Hospitanz und den Journalismus war zum Glück größer als meine Nervosität. Ich erhielt das Stipendium. Es folgte mein erstes Fernsehpraktikum – beim NDR Fernsehen in Hamburg. Beim Roten Sofa, der täglichen Sendung DAS!

Diese Wochen in der TV-Redaktion waren für mich Anstoß für Vieles, das darauf folgte. Weitere Hospitanzen im In- und Ausland, das Volontariat beim NDR – und nach Stationen in Hannover, Köln, Bonn und Washington – nun wieder beim NDR in Hamburg als Zweiter Chefredakteur der ARD-Gemeinschaftseinrichtung ARD-aktuell, der Heimat von tagesschau und tagesthemen.

 

 „Nicht schon wieder die Spargelernte“

2006 bekam ich das Leibniz-Stipendium der Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stiftung und 2007 löste ich den Preis mit meiner ersten Fernseh-Hospitanz ein. Dafür ging ich vier Wochen lang nach Hamburg zum NDR und lernte die Redaktion „DAS!“ kennen. Damals gab es nachmittags noch die Sendung „DAS! unterwegs“. Jeden Tag eine Live-Sendung von einem anderen Ort. Von der Spargelernte bis zur Schalte aus einem Puppenmuseum. Eine meiner Aufgaben war es, auf Themensuche zu gehen. Neue Geschichten mussten her. Den Spargel gab es jedes Jahr und Museen hatten die Zuschauer auch schon genug gesehen. Nach etlichen Themenvorschlägen von mir stieß eines – zu meiner Überraschung – auf Interesse: das Fensterputzen. Nicht unbedingt das spannendste Thema, aber ich war froh, dass ich eine Schalte selbst vorbereiten durfte. Die Planung begann sofort, damit das Großereignis Fensterputzen auf dem Gelände des Studios Hamburg live im NDR gezeigt werden konnte. Alles lief reibungslos ab. Und ich blieb auch nach diesem ersten Fernsehpraktikum dem Medium treu. Und neben dem Fernsehen bin ich noch wem treu geblieben: der Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stiftung. Vielen Dank für das Stipendium!